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Die Geschichte der MAS-Selbsthilfegruppe

von Dorothea Heiser

1997 gründete ich die Theatergruppe „Phoenix aus der Asche“ zur Verbesserung der Kontakte  Erwachsener mit AS und HfA, aber auch, um durch das Spiel Situationen wie Freundschaft und Liebe zu thematisieren und die Kommunikationsfähigkeit zu verbessern. Durch die PR-Arbeit, die ich für die Theatergruppe übernahm, wurden direkte Kontakte zum Sozialministerium geknüpft. Ein Vertreter des Ministeriums besuchte auf meine Bitte eine Aufführung der Gruppe. Den Eltern der Theatergruppe „Phoenix aus der Asche“ gelang es dabei, den Vertreter des Sozialministeriums davon zu überzeugen, dass weitere unterstützende berufliche Maßnahmen für die Betroffenen dringend notwendig wären. Herr Brand vom  Bayer. Sozialministerium engagierte sich tatsächlich und ermöglichte, dass das Berufs-eingliederungsprojekt MAUT durch Mittel des Sozialministeriums ins Leben gerufen wurde.

 

Im Jahr 2000 begleitete ich die Theatergruppe zu einem Internationalen Kongress über Autismus und stellte sie dort mit dem selbstverfassten Stück „Liebes Leben“ vor, bei dem einzelne Szenen sogar in Englischer Sprache gespielt wurden. Dort knüpfte ich erste Kontakte zum Elmwood College in Cupar/Schottland, weil ich erfuhr, dass Studenten aus dem Autismusspektrum an diesem College ihre Ausbildung „inklusiv“ zusammen mit allen anderen Studenten absolvierten und dort jede zusätzlich notwendige Unterstützung bekamen.

 

Nach dem erfolgreichen Auftritt in Schottland erhielt die Theatergruppe 2002 eine Einladung zu einem Auftritt beim Bundeskongress in Trier. Dort hielt ich einen Workshop über die Theatergruppe, betonte aber dabei auch die Notwendigkeit eines Anlaufzentrums für Autismus in Bayern mit unterstützenden Maßnahmen für erwachsene Betroffene. Nach dem Workshop reichte ich diese Forderungen mit einer Unterschriftenliste beim Bayerischen Sozialministerium in München ein und gründete MAS-Selbsthilfegruppe, die auf über 20 Mitglieder angewachsen ist und sich seitdem regelmäßig einmal monatlich trifft.

 

2003 konnten wir, d.h.einige Mitgliedern der MAS-Gruppe, ihre Angehörigen und ich, als Kernveranstaltung des Bayerischen Sozialministeriums zum Europäischen Jahr der Behinderten durch finanzielle Unterstützung des Ministeriums zu einer Informations- und Weiterbildungsreise an das Elmwood College nach Schottland reisen. Über diese Reise verfassten wir eine Dokumentation „Das besondere Schottlandtagebuch“, die 2004 veröffentlicht wurde. Im selben Jahr erfolgte der erste Gegenbesuch einer Gruppe schottischer Studenten mit „special needs“ und Dozenten des Elmwood College in Bayern, verbunden mit einer Fotoausstellung unserer Schottlandreise und gemeinsamen Besichtigungen und Ausflügen mit der MAS-Gruppe. Auch 2005 und 2007 begegneten schottische Studenten mit „special needs“ vom Elmwood College den Mitgliedern der MAS-Gruppe in Bayern bei gemeinsamen Ausflügen, Besichtigungen und schottisch-bayerischen Tanzabenden.  

 

Nachdem unsere kontinuierlich weitergeführten Bemühungen um ein Anlaufzentrum für Autismus in München noch immer erfolglos geblieben waren, reichte die MAS-Selbsthilfegruppe 2006 eine Petition im Bayerischen Landtag ein, die vom Sozialausschuss positiv entschieden wurde und entwarf auf Wunsch des Bezirks Oberbayern ein Konzept für das Autismuszentrum, das als Grundlage für die folgende professionelle Konzeption diente. Deshalb sind alle Mitglieder der MAS-Gruppe heute glücklich, dass sie nach so vielen Jahren in dem neuen autkom-Zentrum endlich die Anlaufstelle für all ihre Probleme gefunden  haben, auf die sie seit Jahren hofften. Aber viele notwendigen unterstützenden Maßnahmen müssen für die Zukunft noch entwickelt  werden. Wir danken Frau Schulz, dass sie heute und in Zukunft die Moderation übernimmt.